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Lage am Wohnungsmarkt spitzt sich zu!
Einige ausgewählte Daten zum Wohnungsmarkt in Hessen

Ausweislich der Zahlen des Hessischen Statistischen Landesamtes standen am 31.12.2002 den 2,84 Millionen Privathaushalten in Hessen 2,774 Millionen Wohnungen gegenüber.

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Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt

Daraus ergibt sich bereits ein rechnerisches Wohnungsdefizit von rd. 66.000 Wohnungen. Gegenüber 1999 hat sich damit das Wohnungsdefizit um rd. 20 Prozent erhöht.

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Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt und eigene Berechnungen

Ursache hierfür ist einerseits der Rückgang der fertiggestellten Wohnungen, andererseits die Zunahme bei der Zahl der Privathaushalte und die zusätzliche Wohnungsnachfrage durch Verkleinerung der Haushalte und eine zusätzliche Wohnflächennachfrage.

Am 31.12.2002 entfielen auf 100 Haushalte 97,5 Wohnungen, was zwar über der Versorgungsquote Mitte der 90iger Jahre lag, aber immer noch unter dem Versorgungsniveau Ende der 80iger Jahre. Dabei sei noch nicht einmal die wohnungspolitisch notwendige Fluktuationsreserve von 3 Prozent berücksichtigt.

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Während die Wohnungsversorgung bei Außerachtlassung einer Fluktuationsreserve im Regierungsbezirk Gießen mit 95,4 Wohnungen auf 100 Haushalte und im Regierungsbezirk Darmstadt mit 96,9 Wohnungen pro 100 Haushalte unter dem Landesdurchschnitt lag, konnte für den Regierungsbezirk Kassel zum 31.12.2002 erstmals eine Wohnungsversorgung von 101,9 Wohnungen pro 100 Haushalte festgestellt werden. Doch dürfen auch hieraus nicht die falschen Schlussfolgerungen gezogen werden. Berücksichtigt man nämlich die notwendige Fluktuationsreserve von 3 Prozent, lag der Versorgungsgrad mit Wohnraum auch im Regierungsbezirk Kassel bei 98,9 Wohnungen pro 100 Haushalte und damit nur minimal über dem Landesdurchschnitt.

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Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt und eigene Berechnungen

Ausweislich der Zahlen, die dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung vorliegen, hat sich die Zahl der sozialwohnungssuchenden Haushalte von rd. 53.700 im Jahr 2000 auf rd. 59.000 (+ 9 %) im Jahr 2002 erhöht.

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Quelle: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung

Demgegenüber nimmt der Sozialmietwohnungsbestand in Hessen immer weiter ab. Während vor 10 Jahren noch knapp 190.000 Sozialwohnungen zur Verfügung standen, waren es Ende 2002 nur noch knapp 158.000 Wohneinheiten (- 17 %). Nach den Prognosen der Landestreuhandstelle werden bis 2007 weitere 22.000 Wohneinheiten aus den Sozialbindungen herausgefallen sein.

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Quelle: Landestreuhandstelle und Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung

Seit Jahren steigen die Wohnungsmieten ohne Nebenkosten nahezu doppelt so schnell wie die allgemeinen Lebenshaltungskosten. Von Dezember 2002 bis Dezember 2003 lag nach den Zahlen des Hessischen Statistischen Landesamtes der Anstieg der Mietpreise bei 1,7 Prozent, während die allgemeinen Lebenshaltungskosten nur um 0,9 Prozent gestiegen sind. Dabei handelt es sich bekanntermaßen nur um Durchschnittswerte, die zu Recht darauf schließen ließen, dass in den Ballungsräumen der Anstieg wesentlich stärker war.

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Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt

Perspektive

Aus einer Wohnungsmarktanalyse der Landestreuhandstelle ist zu entnehmen, dass die Zahl der privaten Haushalte in Hessen bis 2020 deutlich zunehmen wird. Je nach Berechnung weichen die Steigerungsraten voneinander ab. Nach Berechnungen des Instituts für Wohnen und Umwelt wird mit einem Zuwachs von 6,2 Prozent gerechnet, nach den Zahlen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung ist sogar mit einem Zuwachs der Privathaushalte um 12,4 Prozent bis 2020 zu rechnen. In der niedrigsten Variante bedeutet dies einen Zuwachs um 176.000 Haushalte in der höheren Variante des BBU um 352.000 Haushalte. Auf das Jahr bezogen entspricht dies einem Zuwachs von 10.000 bis 20.000 Haushalten, die jedes Jahr zusätzlich auf den Wohnungsmarkt drängen. Dabei verläuft die Entwicklung in den drei Regierungsbezirken sehr unterschiedlich. Den stärksten Zuwachs wird nach beiden Prognosen der Regierungsbezirk Darmstadt, den geringsten Zuwachs der Regierungsbezirk Kassel zu verzeichnen haben. Unter Berücksichtigung des jährlichen Wohnungsverlustes durch Abriss, Umwidmung oder Wohnungszusammenlegungen sowie unter Berücksichtigung der notwendigen Fluktuationsreserve müssten nach dem Wohnungsbericht der Landesregierung aus dem Jahr 2001 jährlich rd. 25.000 Wohnungen neu gebaut werden. Tatsächlich liegen die Fertigstellungszahlen bei derzeit unter 20.000 pro Jahr.

Resolutionn "Bezahlbare Wohnungen für alle Hessen" des Hessischen Mietertages 2004.